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DGN2015-Fortbildungsband

254 88. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie • 23. – 26. September 2015 Düsseldorf 19 um 111 1. OG Aktions- fläche Süd 1. OG 07.30 – 08.00 08.00 – 08.30 08.30 – 09.00 SK 1 FEES – Teil 1 09.00 – 09.30 09.30 – 10.00 HTK 2 oonkologie 10.00 – 10.30 10.30 – 11.00 11.00 – 11.30 11.30 – 12.00 12.00 – 12.30 12.30 – 13.00 13.00 – 13.30 HTK 3 rorehabili­ on in Klinik d Praxis: ntrovers etrachtet 13.30 – 14.00 14.00 – 14.30 14.30 – 15.00 15.00 – 15.30 15.30 – 16.00 16.00 – 16.30 16.30 – 17.00 HTK 8 ativmedizin r Neuologie 17.00 – 17.30 17.30 – 18.00 18.00 – 18.30 18.30 – 19.00 19.00 – 19.30 19.30 – 20.00 62 55 60 59 Ziele: Es soll das Vorkommen von LF bei neuromuskulären Erkrankungen untersucht und charakterisiert werden. Fragestellung: Dadurch soll der Frage nach der Bedeutung des Vorkommens von LF in der Muskelbiopsie nachgegan- gen werden. Methoden: Konsekutive Muskelbiopsien des Neuromuskulären Zentrums der Uniklinik Halle aus einem Studienzeitraum von 10 Jahren (n= 1,561) und alle Patienten mit genetisch gesicherter LGMD 2A (n= 14) wurden auf das Vorkommen von LF untersucht und die Anzahl im Muskelgewebe (NADH und SDH-Färbung) mit dem histologischen Dystrophiegrad, dem Patientenalter, der Erkrankungsdauer und der Diagnose korreliert. Ergebnisse: Bei Muskelbiopsien von Kindern (n=18; 9% der Biopsien entsprechend) ließen sich LF nicht nachweisen. LF waren mit wechselndem Anteil von 0.1-45% der Fasern in Muskelbiopsien bei einer Vielzahl unterschiedlicher Myopathi- en bei Erwachsenen zu finden. Bei 8/1561 (0,5%) der Muskelbiopsien zeigte sich eine besonders hohe Anzahl von > 20% LF im Muskelgewebe: Fazioscapulohumerale Muskeldystrophie Typ I (n=1), Sporadische late-onset Nemalin Myopathie (SLONM) mit monoklonaler Gammopathie (n=1), distale Myopathie mit MATR3 Mutation (n=1), mögliche LGMD2A (n=1), hereditäre zerebelläre Ataxie (n=1), Glykogenose Typ V (n=1); unspezifizierte Myopathie/LGMD (n=2). Außerdem wurden LF auch fokal in geringer Anzahl in Muskelbiopsien von 3/12 Fällen mit Amyotropher Lateralsklerose entdeckt. Bei Pati- enten mit LGMD 2A ließen sich LF bei 8 von 14 Biopsien finden. Insgesamt ergab die Analyse keine Korrelation von LF mit Patientenalter, Erkrankungsdauer oder histologischem Dystrophiegrad. Schlussfolgerungen: LF treten ausschließlich in Muskelbiopsien von Erwachsenen auf. Sie sind vorwiegend, jedoch nicht ausschließlich bei Myopathien zu finden und müssen als ein unspezifisches Phänomen angesehen werden. An- haltspunkte für das Vorliegen einer eigenen Entität einer Myopathie mit LF ergaben sich nicht. P763 Muskeldystrophie-Varianten bei Anoctaminopathie Susanne Koeppen1 , Eva Neuen-Jacob2 1 Klinik für Neurologie Universitätsklinikum Essen; 2 Institut für Neuropathologie Universitätsklinikum Düsseldorf Hintergrund: Rezessive Mutationen im Anoctamin-5 (ANO5) Gen wurden als Ursache von Muskeldystrophien mit unter- schiedlichem Phänotyp identifiziert. Dazu zählen die Gliedergürtel-Muskeldystrophie vom Subtyp 2L (LGMD2L), distale Myopathien vom Miyoshi Typ D3 (MMD3), pseudometabolische Myopathien mit Belastungsintoleranz und hoher CK-Se- rumkonzentration sowie isolierte Hyper-CKämien. Bislang wurden 23 autosomal rezessive und 8 autosomal dominante Mutationen des ANO5-Gens auf Chromosom 11 beschrieben. Bei den Anoctaminen handelt es sich um Proteine, die in in- trazelluläre Kalzium-aktivierte Chloridkanäle integriert sind; die exakte Funktion des ANO5-Proteins ist noch unbekannt. Ziele: Darstellung der Phänotyp-Genotyp-Korrelation anhand von 3 Kasuistiken. Fragestellung: Ätiologische Zuordnung der muskulären Symptome. Methoden: Ein 48-j. Patient aus Bangladesh, Sohn konsanguiner Eltern, klagt seit der Jugend über beinbetonte Myalgi- en, Crampi und Muskelschwäche. Im Alter von 36 Jahren fiel er mit einer generalisierten muskulären Druckdolenz auf, im weiteren Verlauf mit einer proximalen Paraparese der Beine, Quadrizepsatrophie links, Wadenatrophie rechts und einem aufgehobenen Zehengang. Die CK betrug max.11800 U/l. 4 Muskelbiopsien zwischen dem 33. und 42.LJ zeigen Veränderungen im Sinne einer chronischen Myopathie, einer Polymyositis, intermittierenden Rhabdomyolyse bzw. dege- nerativen Myopathie mit rimmed vacuoles. Eine 50-j. Patientin, die seit dem 30.LJ über zunehmende Kraftlosigkeit, My- algien und Muskelzuckungen vorwiegend in den Beinen berichtet, präsentierte sich mit leichtgradigen proximalen Ex- tremitätenparesen, einer asymmetrischen Fuß- und Zehenheberschwäche, CK-Werten >3000 U/l, einem pathologischen MRT-Befund der Oberschenkel- und Rückenmuskulatur sowie einer ausgeprägten chronischen Myopathie bei 2maliger Muskelbiopsie. Die 52-j. Schwester der Patientin, ehemalige Marathonläuferin, gibt seit dem 50.LJ ein Schweregefühl in den Oberschenkeln an, ist bis auf prominente Waden klinisch unauffällig und weist eine CK bis 3800 U/l auf. Ergebnisse: Im 1. Fall liegt eine in der Leiden-Datenbank bisher nicht dokumentierte ANO5-Genmutation vor (c.1960C>T=p.Arg654Stop,homozygot), im 2. Fall eine in Europa häufig beobachtete Mutation im Exon 5 (c.191dupA homozygot), im 3. Fall erfolgte bislang keine molekulargenetische Analyse. Schlussfolgerungen: Autosomal rezessive ANO5-Genmutationen sind mit klinisch und genetisch sehr variablen Myo- pathien assoziiert, die sich im Erwachsenenalter manifestieren und mit belastungsinduzierten Myalgien sowie einer 5-20fach erhöhten CK im Serum einhergehen. Insbesondere bei Patienten nicht-europäischer Herkunft ist die Suche nach gängigen ANO5-Genmutationen oft nicht zielführend.

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